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Landesbibliothek Oldenburg
Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg
Tel. 0441 - 799 28 00

Heimatliteratur aus Oldenburg 1870 - 1950

Landesbibliothek Oldenburg

Mo bis Mi 10 - 18 Uhr, Do 10 - 19 Uhr, Fr 10 - 17 Uhr, Sa 9 - 12 Uhr.
Eintritt: frei

Landesbibliothek Oldenburg, Abb. 1Die gesellschaftliche Akzeptanz der Heimatbewegung und ihrer Ziele fand auch im publizistischen Bereich ihren Niederschlag. So blühten in den 20er Jahren die Heimatbeilagen in den oldenburgischen Tageszeitungen auf, die verschiedene Beiträge aus der engeren, vergangenheitsorientierten Landeskunde boten. Ebenso nahm das Interesse an niederdeutscher Sprache und Literatur als originärem und unüberbietbaren Ausdruck "niederdeutschen Wesens" zu. Von großer Bedeutung war der 1921 gegründete "Ollnborger Kring", der als plattdeutsche Abteilung der literarischen Vereinigung fungierte.

Niederdeutsche Autoren fanden steigende Anerkennung sowie gute Publikationsmöglichkeiten. Ihre Themen bezogen sie vor allem aus dem ländlich-agrarischen Bereich und beschränkten sie auf die engere, heimatliche Umwelt. Damit boten sie einen Gegenentwurf zur modernen, unüberschaubar gewordenen Welt. Bis zum Ersten Weltkrieg wuchs die niederdeutsche Literatur in Kleinformen wie Gedicht, Döntje, Erzählung deutlich an. Als Heimatdichter der ersten Stunde gilt Theodor Dirks, der mit seinem "Plattdütschen Klenner" ein frühes Forum für niederdeutsche Literatur schuf. Nicht alle Autoren identifizierten sich mit der Heimatbewegung, wie es Franz Poppe tat, der sein Streben darauf ausrichtete, ein Dichter der Heimat und für die Heimat zu sein. Die Schriftsteller, die nach dem Ersten Weltkrieg in Erscheinung traten - wie u.a. August Hinrichs und Alma Rogge - waren Mitglieder in lokalen Vereinen, zum Teil auch in übergreifenden literarischen Vereinigungen. Sie publizierten in einer steigenden Anzahl von Heimatbüchern sowie Sammlungen. Ihre Bühnenstücke stellten feste Programmpunkte der Heimatfeste und -abende dar und wurden auf den neu gegründeten niederdeutschen Bühnen gespielt.

Während des Nationalsozialismus unterstützte Reichsstatthalter Carl Röver die Belange der niederdeutschen Sprache und des Theaters als Massenerlebnis, was in der nationalsozialistischen Vereinnahmung von Hinrichs Stück "De Stedinge" deutlich wurde. In den 40er Jahren kam die Literatur- und Theaterproduktion zum Erliegen. Nach dem Krieg gab es zunächst wenig Veränderung in der niederdeutschen Literaturszene. Ab 1947 übernahm der neu gegründete "Spieker" als "Heimatbund für niederdeutsche Kultur" die Pflege der plattdeutschen Sprache und Literatur.