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Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Schloßplatz 26, 26122 Oldenburg
Tel. 0441 - 220 73 00

Bild und Abbild der Heimat
Malerei und Grafik Oldenburger Künstler um 1900

Landesmuseum fuer Kunst und Kulturgeschichte

Di bis Fr 9 - 17 Uhr, Do 9 - 20 Uhr, Sa/So 10 - 17 Uhr.
Eintritt: 3,- EUR, ermäßigt: 1,50 EUR

Landesmuseum Oldenburg, Abb. 1

Landesmuseum Oldenburg, Abb. 2

Landesmuseum Oldenburg, Abb. 3
"Heimat", dieser gleichermaßen grundsätzliche wie irrationale Begriff besaß für die seit Ende des 19. Jahrhunderts im Großherzogtum Oldenburg aufkommende Landschafts- und Volkslebenmalerei sowie für die etwas später einsetzende Landschaftsgraphik einen hohen Stellenwert. Eine besondere Bedeutung hatte der Begriff auch für die Oldenburger Künstlerschaft. Der nordwestdeutsche Raum war ihre vertraute Landschaft, in die sie hineingeboren worden waren und die sie nur für kurze Zeit, in der Regel während der Wanderjahre innerhalb der Ausbildung zum Künstler, verlassen hatten.
Hier entwickelten sich Kreyenbrück und Dötlingen zu besonderen Kristallisationspunkten heimatbezogener Landschaftsmalerei. Gerhard Bakenhus, Georg Müller vom Siel, Richard tom Dieck, Wilhelm Morisse, Hugo Duphorn, Paul Müller-Kaempf, Ludwig Fischbeck, Wilhelm Kempin, Bernhard Winter gehörten zu den wichtigsten Protagonisten, die das Heimattypische der Region in ihren Bildern festgehalten haben. Moor, Heide, Geest, Marsch und gelegentlich auch die Küste waren ihre bevorzugten Themen. Einzig Bernhard Winter, der bekannteste von ihnen, zeigte in seinen "Sittenhistorien" regionales Volksleben. So prägten Bildmotive, die nicht in den Kunstakademien gelehrt wurden und die ebensowenig der Wilhelminischen Staatskunst entsprachen, die von den Oldenburger Künstlern bediente Heimatmalerei. Bei der Charakterisierung spezifisch regionaler Merkmale der oldenburgischen Landschaft mußte ein Höchstmaß an Wiedererkennbarkeit der Natur geleistet werden. Weniger war dabei an eine topografisch exakte Wiedergabe gedacht, als vielmehr an eine freie Verarbeitung des Gegenständlichen in heimattypischen Stimmungsbildern.

Viele oldenburgische Künstler setzten neben der Malerei auch ganz gezielt die Druckgraphik zur Propagierung und Popularisierung ihres Heimatbildes ein. Die angestrebte Breitenwirkung durch Radierung und Lithographie war unter anderem für Georg Müller vom Siel und Gerhard Bakenhus auch ein probates Mittel, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Zudem erhofften sie sich, mit dem Medium der Graphik als Ergänzung zur Ölmalerei breitere Bevölkerungsschichten zu gewinnen, was aber nur bedingt gelang. Auch weiterhin nahmen sich die Erfolge der hiesigen Künstler - mit Ausnahme Bernhard Winters, der die künstlerische Elite des Großherzogtums verkörperte - bescheiden aus.

Im Schloßsaal und im Augusteum wird eine umfangreiche Schau von Ölgemälden, Ölstudien, Radierungen, Lithographien und Zeichnungen ortsansässiger Heimatkünstler präsentiert. Ihnen gegenübergestellt sind Werke zeitgenössischer Vertreter der Künstlerkolonie Worpswede und der Maler der "Brücke", die in ihren Motiven aus der Dangaster Region einer modernen, expressionistischen Landschaftsauffassung verplichtet waren.