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Stadtmuseum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4-8, 26121 Oldenburg
Tel. 0441 - 235 28 81

Bernhard Winter und August Hinrichs - Oder: die Liebe zur Heimat

Stadtmuseum Oldenburg

Di bis So 10 - 18 Uhr. Eintritt: 1,50 EUR, ermäßigt: 0,75 EUR

In der Provinz Hannover, in Bremen und Oldenburg begann sich seit 1895 eine regionale Heimatbewegung herauszubilden. 1901 wurde der "Heimatbund Niedersachsen" in Hannover gegründet. Im Zuge dieser Entwicklung fand die Heimatbewegung auch im Großherzogtum und in der Residenzstadt Oldenburg rasche Aufnahme. Schriftsteller, bildende Künstler, Wandervogelanhänger, Geschichts- und Kulturinteressierte griffen die Gedanken auf und entwickelten sie für die Oldenburger Region. Das Stadtmuseum Oldenburg widmet sich in dieser Ausstellung den beiden Persönlichkeiten, mit deren Name sich im Oldenburgischen "Heimat" und deren Propagierung aufs engste verknüpft: dem Maler Bernhard Winter (1871 - 1964) und dem Schriftsteller August Hinrichs (1879 - 1956).

Stadtmuseum Oldenburg, Abb. 1Bernard Winter war als treibende Kraft des Oldenburger Künstlerbundes vom Gedankengut der Heimatbewegung tief durchdrungen. Dies zeigten nicht nur seine schriftlichen Äußerungen, sondern auch seine Volkslebensbilder und Illustrationen, in denen versucht wird, die in Auflösung begriffene bäuerliche Lebenswelt als "gesunde" Tradition festzuhalten. Seine volkskundlichen Forschungen und Sammlungen sind dabei ebenso zu berücksichtigen wie sein Einsatz für die Gründung des Bauernhausmuseums in Bad Zwischenahn oder für den "Ollnborger Kring e.V." und die Pflege der plattdeutschen Sprache. Die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche führten ihn in nationalsozialistisches Fahrwasser. Bilder wie die "Die Kriegssaat" oder "Sprung auf! Marsch, Marsch!" sind dafür nur die bekanntesten Belege. Dieser von ihm eingeschlagene Weg führte schließlich dahin, daß er sich als Künstler am Kult um "Stedingsehre" in Bookholzberg beteiligte und in Wandgemälden in der Kirche in Berne und in Oldenburger Kasernen völkisches Gedankengut vermittelte.

Stadtmuseum Oldenburg, Abb. 2Lange Zeit, auch über seinen Tod hinaus, konnte August Hinrichs als der populärste oldenburgische Schriftsteller gelten, der in zahlreichen Erzählungen, Aufsätzen, Gedichten und Bühnenstücken immer wieder seine niederdeutsche, oldenburgische Heimat und die in ihr verwurzelten Menschen zum Dreh- und Angelpunkt gemacht hatte. Heute ist wenig von dem, was er in hoch- oder plattdeutscher Sprache schrieb, wirklich geläufig, weitgehend vergessen auch, daß er in den 1930er und 1940er Jahren der meistgespielte lebende deutsche Bühnenautor war. Die Ausstellung verdeutlicht in Dokumenten und Inszenierungen die Lebens- und Erfolgsstationen - aber auch die Art und Weise seiner "Verbandelung" mit dem Nationalsozialismus, die für wiederkehrende Diskussionen in der (Oldenburger) Öffentlichkeit sorgt.